Wissenswertes über den Rohstoff Glas
Der Begriff Glas stammt vom germanischen glasa und bedeutet „das Glänzende, Schimmernde“. Glas ist ein fester, in seiner überwiegenden Masse nicht-kristalliner, spröder anorganischer Werkstoff ohne definierte Schmelztemperatur. Glas besitzt eine geringe Leitfähigkeit für elektrische Energie und Wärme. Es wird durch Giessen, Blasen, Pressen und Walzen verformt.
Bestandteile:
Die Hauptbestandteile des Glases sind die eigentlichen Glasbildner, Flussmittel und Stabilisatoren. Der Glasbildner kristallisiert aus der Schmelze nicht aus, sondern verbleibt im amorphen Zustand einer unterkühlten, sich aber verfestigenden Flüssigkeit. Die wesentlichsten Glasbildner sind Siliciumdioxid, Boroxid und Phosphorpentoxid. Flussmittel bewirken, dass die Glasschmelze bereits bei Temperaturen unterhalb 1'500° C durchgeführt werden kann. Die wichtigsten Flussmittel sind Carbonate, Nitrate und Sulfate von Alkalimetallen. Stabilisatoren sollen das Glas chemisch beständig machen; vor allem sind dies Erdalkalimetalle sowie Blei und Zink, meist in Form ihrer Carbonate oder Oxide.
Für die Verarbeitung und Formgebung des Glases sind Zähigkeit, Oberflächenspannung und Neigung zur Kristallisation von besonderer Bedeutung. Diese Eigenschaften werden unter anderem durch Art und Menge der erschmolzenen Rohstoffe bestimmt: Quarzsand, Soda, Natriumsulfat, Kalkstein, Dolomit, Feldspat, Pottasche, Borax, Salpeter, alkalihaltige Gesteine, Mennige, Baryt, Zinkoxid, Arsenik und Natriumchlorid.
Herstellungsverfahren:
Kleinere Mengen werden in Tiegeln erschmolzen, grössere Mengen in Hafen- oder in kontinuierlich arbeitenden Wannenöfen. In modernen Glashütten werden die Rohstoffe automatisch gewogen, gemischt und zum Ofen befördert. Die Vorgänge im Ofen laufen bei über 1'400° C über mehrere Reaktionsstufen ab. Am Ende dieser Rauhschmelze liegt eine inhomogene, stark schlierige und blasenreiche Schmelze vor.
Im Verlauf der Blankschmelze wird die Schmelze von den Gasblasen befreit. Durch Abkühlen auf etwa 1'200° C erhöht sich die Zähigkeit so weit, dass eine Verarbeitung bzw. Formgebung möglich ist. Tafel-Glas (Flach-Glas) wird durch Ziehen aus der Schmelze, Spiegel-Glas durch Giessen und Walzen sowie anschliessendes Planschleifen und Polieren hergestellt.
Optische Gläser zur Herstellung von Linsen und Spiegeln müssen völlig homogen, d.h. frei von Fremdeinschlüssen, Blasen, Schlieren und Spannungen sein. Gerätegläser benötigt man zur Herstellung von Laborgeräten und flammfesten Wirtschaftsgeräten sowie für grosstechnische Glasgeräte und -apparaturen. Sie zeichnen sich durch hohe chemische und thermische Beständigkeit aus. Es werden vor allem Borosilicatgläser und Quarz-Glas verwendet.
Weitere Informationen zum Thema Glas und Glasherstellung finden Sie hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Glas
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Glas
http://de.wikipedia.org/wiki/Glasindustrie
http://de.wikipedia.org/wiki/Glashütte_%28Ofen%29